Neueste Technik live erleben
- only available in german language -Dass ein roter Teppich den Weg in eine Montagehalle weist, ist nicht alltäglich. Auch nicht alltäglich war die in der neuen Montagehalle aufgebaute Hausausstellung des Maschinenbauers Bausch + Ströbel in Ilshofen. Die über 220 Gäste aus aller Welt konnten hier das ganze Produktspektrum des für die Pharmaindustrie tätigen Spezialmaschinenherstellers begutachten.
"Hightech pur" stellt eine neue Verarbeitungsanlage für Vials für einen Kunden der Bausch + Ströbel Maschinenfabrik dar, die jetzt kurz vor der Auslieferung steht. Mit einer Leistung von bis zu 36.000 St./h werden die Arbeitshänge Reinigen, Steriliesieren, Füllen und Verschließen, Kontrolliere und stückzahlgenaues Magazinieren bewerkstllig. Entsprechend dieser hohen Ausbringungsleistung ist die gesamte Anlage auch von der räumlichen Größe her entsprechend dimensioniert. Mit einem Platzbearf von ca 400 qm nimmt sie einen großen Teil des neuen Montagetrakts in Anspruch. Abgefüllt werden von dem Kunden überwiegend aufwändig z.T. biotechnologisch hergestellte, teure Produkte wie Hormonpräparate und in der Krebstherapie eingesetzte Medikamente. Ausgelegt auf die Verarbeitung von vier unterschiedlichen Objektgrößen - 3, 5, 10 und 20 ml - kommt die Anlage im Füllbereich mit nur einem Format für die Objekthalterung aus, was bei einem Formatwechsel eine erhebliche Zeiteinsparung bringt.
Ausgestellt waren außerdem eine vollautomatische Produktionslinie zur Verarbeitung von Einmalspritzen. Die Maschine ist mit zwei Dosiersystemen ausgerüstet. So kann der Dosiervorgang wahlweise mit zwei ventillosen Drehkolbenpumpen oder alternativ über zwei Peristaltikpumpen bewerkstelligt werden. Damit hat der Anwender die Wahlmöglichkeit, das jeweils optimle Dosierverfahren für unterschiedliche Produkte einzusetzen. Vorzugsweise wird bei Biotechnologieprodukten mit langen Molekülketten das besonders produktschonende Peristaltik-Dosierverfahren eingesetzt. Bei Produkten mit der Präferenz auf höchste Dosiergenauigkeit kann die Dosierung über ventillose Drehkolbenpumpen erfolgen. Der Füllvorgang erfolgt vakuumunterstützt und gewährleistet damit optimale Füllergebnisse. Mit einer Transportkombination aus Sortiervibrator und 2-bahniger Linearförderstrecke erfolgt die Zuführung der Kolbenstopfen. Im Bereich der Linearförderstrecke werden die Kolbenstopfen auf der, dem Produkt abgewandten Seite transportiert. Erst unmittelbar vor dem Einsetzen werden die Kolbenstopfen mit dem Übergabewerkzeug gewendet und mit einem vakuumunterstützten Einsetzsystem über dem Füllspiegel positioniert.
Eine weitere Innovation stellte eine Pulverdosiermaschine mit Verschließaggregat dar. Der kompakte, SPS-gesteuerte Rundläufer ist speziell für die Abfüllung pulverförmiger Produkte konzipiert. Je nach Produkt und Dosiermenge wird eine Leistung bis 2400 Stück/h erreicht. Bei der hier vorgestellten Maschine werden von dem Kunden oral applizierbare Antibiotika abgefüllt. Die Verschließstation ist mit einem Aggregat für Pilferproofkappen ausgerüstet, die über die Transportkombintion Sortiervibrator und Zuführstrecke in den Arbeitsbereich befördert werden. Der Aufbau und die Anordnung aller Aggregate ermöglichen optimale pharmagerechte Produktionsbedingungen. Weltweit gültige Standards zur Verarbeitung von Pharmaprodukten werden mit dieser Maschine erfüllt.
In Form von Fachbeiträgen hatten die Teilnehmer außerdem die Gelegenheit, sich über Neuigkeiten zu informieren, Thomas Seiffer aus der Abteilung Forschung und Entwicklung erläuterte neueste Entwicklungen im Bereich Silikonisierung. Das Verfahren kommt vor allem in der Spritzenverarbeitung zum Einsatz, wo die ausgehärtete Silikonoberfläche dafür sorgt, dass sich der Spritzenstopfen leicht bewegen lässt und die Injektion sanft und gleichmäßig erfolgen kann. Sein Kollege Harald Bauer erläuterte ein Konzept zur Verarbeitung von Spritzennestern, wobei er auch auf Neu- und Weiterentwicklungen in diesem Bereich einging.
Produktion muss transparent sein
Die "gläserne" Produktion war das Vortragsthema von B+S Konstruktionsleiter Werner Wieland. In der modernen Pharmaproduktion ist es wichitg, den gesamten Produktionsprozess einer jeden einzelnen Spritze, eines jeden einzelnen Fläschchens genau nachverfolgen zu können (Track and Trace). Wieland erläuterte die "gläserene" Sterilabfüllung, angefangen vom Packmittelhersteller bis hin zur Sekundärverpackung am Beispiel einer Isolator-Bulk-Spritzenlinie und einer Viallinie. Über neueste Entwicklungen der Isolator-Technologie sprach dann ein Vertreter der Firma Skan, Verkaufsleiter Thomas Huber. Die Geschäftsführer Markus Ströbel und Siegfried Bullinger zeigten sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Hausmesse. Im messefreien Jahr zwischen Achema und Interpack, bot sich so die Möglichkeit, mit Kunden und Projektpartnern direkt ins Gespräch zu kommen. Dabei nutzte man auch die Chance, im eigenen Haus ein weit größeres Produktspektrum zeigen zu können, als das bei einer externen Messe möglich wäre.
