Zukunftsweisende Technik
- only available in german language -Hausmesse bei Bausch + Ströbel | Bausch + Ströbel hatte zur Hausmesse geladen - und über 220 Kunden aus aller Welt kamen, um sich das breite Produktspektrum des Spezialmaschinenherstellers für die Pharmabranche anzuschauen. Ein roter Teppich wies den Weg in und durch die Montagehallen. Quasi wie an einem Leitfaden zog der Teppich die Besucher durch die hoch entwickelte Welt der kleinen Fläschchen und Karpulen.
Rund 400 m2 Fläche nahm eine Hochleistungsanlage ein, in der kleine Fläschchen, so genannte Vials, unter pharmagerechten Bedingungen gereinigt, sterilisiert, befüllt, verschlossen und kontrolliert werden - und das in rasendem Tempo: die Anlage bewältigt 36 000 Vials pro Stunde. Eine weitere ausgestellte Produktionslinie arbeitet künftig für den schmerzlosen Zahnarztbesuch: hier wurden Dentalanästhetika pharmagerecht in Karpulen abgefüllt. Ausgestellt waren außerdem eine vollautomatische Produktionslinie zur Verarbeitung von Einmalspritzen und eine Pulverdosiermaschine mit Verschließaggregat.
Vertriebsmitarbeiter und die jeweiligen Projektleiter standen bereit, um die in den Anlagen eingesetzten Neuerungen zu erläutern und auf zum Teil sehr spezifische und detaillierte Anfragen zu antworten. Die Gäste hatten außerdem die Möglichkeit, an einem Rundgang durch die Firma teilzunehmen und auf Wunsch Bausch + Ströbel-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter kennen zu lernen, die mit deren jeweiligen Projekten betraut sind - vom Monteur bis hin zum Service-Mitarbeiter, der Ersatzteilaufträge bearbeitet. Fachvorträge über Innovationen bei Bausch + Ströbel schlossen die Hausmesse ab. Dipl. Ingenieur (BA) Thomas Seiffer aus der Abteilung Forschung und Entwicklung erläuterte dabei unter anderem Innovationen im Bereich Silikonisierung. Ein Verfahren, das vor allem in der Spritzenverarbeitung zum Einsatz kommt, da die ausgehärtete Silikonoberfläche dafür sorgt, dass der Spritzenstopfen sich leicht bewegen lässt und die Injektion sanft und gleichmäßig erfolgen kann. Sein Kollege Harald Bauer erläuterte ein Konzept zur Verarbeitung von Spritzennestern, wobei auch er auf Neu- und Weiterentwicklungen in diesem Bereich einging. Die "gläserne" Produktion stand bei Dipl. Ing. (FH) Werner Wieland, Konstruktionsleiter von Bausch + Ströbel, im Fokus. Denn: In der modernen Pharmaproduktion ist es wichtig, den gesamten Produktionsprozess einer jeden einzelnen Spritze, eines jeden einzelnen Fläschchens genau nachverfolgen zu können - das sogenannte Track and Trace. Wieland erklärte die "gläserne" Sterilabfüllung, angefangen vom Packmittelhersteller bis hin zur Sekundärverpackung am Beispiel einer Isolator-Bulk-Spritzenlinie und einer Viallinie.
Die Geschäftsführer Markus Ströbel und Siegfried Bullinger zeigten sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Hausmesse. Im messefreien Jahr zwischen Achema und Interpack, den beiden Hauptmessen der Branche, bot sich so die Möglichkeit, mit Kunden und Projektpartnern direkt am Standort Ilshofen ins Gespräch zu kommen, diesen das gesamte Unternehmen zu präsentieren. Dabei nutzten die Unternehmer auch die Chance, im eigenen Haus ein weit größeres Produktspektrum zeigen zu können, als das bei einer externen Messe möglich wäre.
Füll- und Verschließmaschine für Einmalspritzen
Die vorgestellte 2-stellig arbeitende Füll- und Verschliessmaschine fu?r Einmalspritzen (Spritzengrößen: 0,5 - 20 ml) wurde speziell für den Einsatz im Galenik- und Entwicklungsbereich der Pharmaindustrie konzipiert und verarbeitet die Spritzen im Modus "nestweise". Dabei wird eine Leistung bis 5.100 Stück pro Stunde erreicht. Nach der manuellen Zuführung des mit Spritzen befüllten Nests in den Arbeitsbereich erfolgen die Arbeitsgänge Füllen und Einsetzen von Kolbenstopfen vollautomatisch. Für die sichere Positionierung der Spritzenkörper im Arbeitsbereich sorgt die integrierte Zentriermechanik des Nesthalters. Die Maschine ist mit zwei Dosiersystemen ausgerüstet. So kann der Dosiervorgang wahlweise mit zwei ventillosen Drehkolbenpumpen oder alternativ über zwei Peristaltikpumpen bewerkstelligt werden. Damit hat der Anwender die Wahlmöglichkeit, das jeweils optimale Dosierverfahren für unterschiedliche Produkte einzusetzen. Vorzugsweise wird bei Biotechnologieprodukten mit langen Molekülketten das besonders produktschonende Peristaltik-Dosierverfahren eingesetzt. Bei Produkten mit der Präferenz auf höchste Dosiergenauigkeit kann die Dosierung über ventillose Drehkolbenpumpen erfolgen. Der Füllvorgang erfolgt vakuumunterstützt, und gewährleistet damit optimale Füllergebnisse. Sämtliche Bewegungen der Arbeitsprozesse sind über Servomotoren einstell- und regelbar, die dabei ermittelten bzw. festgelegten Werte sind problemlos 1:1 auf Hochleistungsanlagen übertragbar. Speziell für den Betrieb im Sterilbereich konzipiert, erfüllt die Füll- und Verschließmaschine neben GMP- und FDA-Richtlinien sämtliche weltweit gültigen Standards für die Verarbeitung sensibler pharmazeutischer Injektionspräparate. Nachrüstungen im Bereich des Nesttransports sind bei gestiegenen Produktions- und Automatisierungsanforderungen jederzeit problemlos möglich.
Spritzenboom in China
Auch im "Reich der Mitte" verzeichnet der Markt für Einmalspritzen beachtliche Wachstumsraten. Die Vorteile für den Einsatz dieses Verabreichungssystems liegen auf der Hand. Mit der einfachen Handhabung bei der Injektion, Sterilität, Dosierungsgenauigkeit, und Arzneimittelsicherheit bietet die Einmalspritze eine Reihe von Vorteilen gegenüber dem Einsatz von Ampullen und Vials. Als führender Hersteller von Produktionssystemen zur Verarbeitung von Einmalspritzen beinhaltet das Produktportfolio von Bausch + Ströbel kundenorientierte, ausgereifte Systeme für den industriellen Leistungsbereich, wie auch die bei der Bausch + Ströbel Hausausstellung präsentierte Anlage unter Beweis stellte. Mit einer Ausbringung von bis zu 10.000 Spritzen pro Stunde wurden die Arbeitsgänge Füllen und Verschließen, Prüfen, Einsetzen von Kolbenstangen und Etikettieren pharmagerecht ausgeführt. Verarbeitet wurde ein Pharmapräparat, das in der Krebstherapie eingesetzt wird. Die inzwischen bereits an den chinesischen Kunden ausgelieferte Füll- und Verschließmaschine SFM 5110 verarbeitet die Spritzen im Modus "nestweise". Dabei werden Spritzenkörper in besonderen Bearbeitungsgebinden - dem sogenannten Nest - steril und füllfertig vorbereitet angeliefert.
Hochleistungsanlage zur Primärverpackung von Dentalanästhetika
"Mit Betäubung?" Mit dieser Frage sieht sich der Patient beim Zahnarzt konfrontiert, wenn es um eine möglicherweise schmerzhafte Behandlungen geht. Bei Zustimmung des Patienten zur Narkose greift der Zahnarzt dann zur Spritze und bewirkt mit der Injektion, dass die betreffende Gebisspartie für die Behandlung schmerzunempfindlich wird. Dabei ist das im üblichen Sprachgebrauch als Spritze bezeichnete Teil ein aus drei Komponenten bestehendes Applikationssystem, das sich aus der Zylinderampullenspritze, einer Kanüle und der eingesetzten Karpule mit dem Dentalanästhetikum zusammensetzt. Die industrielle Primärverpackung dieser Karpulen erfolgt auf der bei der Bausch + Ströbel Hausausstellung präsentierten Anlage. Mit einer Ausbringung von bis zu 36.000 Objekten pro Stunde werden dabei die Arbeitsgänge Reinigen, Sterilisieren, Einsetzen der Kolbenstopfen, Füllen und Verschließen mit Bördelkappen, sowie entnahmegerechtes Magazinieren pharmagerecht und hochleistungsorientiert bewerkstelligt. Die Produktionslinie ist für eine Karpulengröße (1,8 ml) ausgelegt - mit der Option, zu einem späteren Zeitpunkt auch andere Objektgrößen verarbeiten zu können. Den ersten Arbeitsschritt in der vollautomatischen Verarbeitung stellt die Nassreinigung der Glaskörper dar. Nach der massenweisen Aufgabe gelangen die Objekte über ein Transportband mit anschließender Vereinzelung durch eine formatgerechte Schnecke in den Reinigungsbereich. Während der Passage im Ultraschallbad werden anhaftende Partikel am Objekt gelöst. Mit dem nachfolgenden Spül- Sprühsystem werden die Karpulen intensiv innen und außen mit verschiedenen Medien während des kontinuierlichen Durchlaufs an sieben Stationen gereinigt. An der letzten Station erfolgt zusätzlich die Silikonisierung der Glasinnenwand.
Pharmagerechte Sterilisierung
Die gereinigten Objekte werden von der Reinigungsmaschine mittels Transportschnecke direkt auf das Transportband des Sterilisiertunnels übergeleitet. Eine Stauschalteinrichtung am Tunneleingang garantiert dabei den störungsfreien Eintransport sowie die Synchronisation mit der vor- und nachgeschalteten Maschine. Während des Durchlaufs durch die Tunnelröhre erfolgt der Sterilisierund Depyrogenisierprozess. Dabei passieren die Karpulen drei Zonen, in denen die Objekte angewärmt, sterilisiert und für die Verarbeitung im nachfolgenden Sterilbereich verarbeitungsgerecht abgekühlt werden. Der erste Arbeitsgang im Sterilbereich auf der Füll- und Verschließmaschine ist das Einsetzen der Kolbenstopfen in die Glaskörper. Über eine Transportkombination "Vorratsbehälter - Sortiertopf - Zuführung" werden die Stopfen zum Stopfensetzaggregat befördert, das die Teile in die Glaskörper positionsgenau auf die vorgegebene Höhe eingesetzt und damit befüllbar macht. Der Füllprozess arbeitet zweistufig, 20-stellig, kontinuierlich. Zum Einsatz kommt ein Zeit-Druck-Dosiersystem, das in der ersten Stufe ca. 90 Prozent der Gesamtfüllmenge dosiert. In der zweiten Stufe wird dann auf die End- bzw. Restfüllmenge aufgefüllt. Dieser zweite Dosiervorgang wird durch optische Sensoren gesteuert, die den Füllvorgang bei Erreichen des vorgegebenen Füllspiegels stoppt. Nach der Befüllung werden die Objekte mit Bördelkappen verschlossen. Dabei werden die Kappen aus der Zuführbahn abgeschleppt und mittels eines kontinuierlichen Bördelvorgangs endverschlossen. Die Kappenzufuhr erfolgt über die Transportkombination "Vorratsbunker - Sortiervibrator - Zuführbahn". Damit wird eine der Maschinenleistung angepasste, bedarfsgerechte Kappenmenge im Sortiervibrator für den Verschließvorgang bereitgestellt.
