"Bundes-Benny" wird's schon richten

pic_hota122010.jpg- only available in german language -

Die Azubis der Region sind auch heuer wieder spitze - Beispielhaft: Industriemechaniker Benjamin Spang

Wenn es in Deutschland um das Thema Ausbildung geht, wird viel gejammert. Schlechte Noten, kein Allgemeinwissen, kaum Umgangsformen - viele junge Leute seien einfach nicht ausbildungsreif. Das hört man oft. Das muss nicht sein. Das geht anders. Ein Beispiel. Seine Oma hat hier schon gearbeitet.

Er war Ferienjobber in Ilshofen. Benjamin Spang hat bis zum Sommer bei Bausch + Ströbel Industriemechaniker gelernt. Die Gesellenprüfung schaffte er mit 99 von 100 Punkten. Dafür gab's erst eine IHK-Auszeichnung, Benjamin war Regionalbester - und nominiert für die Landesbesten. Auch die Urkunde heimste der 23-jährige Schlaks aus Eckartshausen Mitte November in Heidenheim ein.

Dann die Krönung. Am 13. Dezember war er mit den besten Absolventen Deutschlands in Berlin. Seine Mission: sich als bester Industriemechaniker des Landes auszeichnen lassen - Platz 1 unter 5213 bundesweit. "Meinen Erfolg verdanke ich der guten Ausbildung in einer tollen Firma", ist sich Spang sicher. Die Auzubildenden seien ein prima Team gewesen. "Wir haben uns beim Lernen gegenseitig regelrecht hochgepuscht." Dankbar ist Benjamin auch seinen beiden Ausbildern. Robert Strecker aus Kirchberg-Lobenhausen ist 24, Jochen Friedrich aus Tüngental 21 Jahre jung. Auch so kann das Verhältnis von Stift und Lehrmeistern sein. Dem Trio Spang - Strecker - Friedrich machte im Jahr 2010 jedenfalls keiner was vor. Logische Konsequenz: Bausch + Ströbel hat den Spitzenlehrling übernommen. Der "Bundes-Benny" (wie sein Spitzname jetzt ist) arbeitet derzeit in der Endmontage. Hier gefällt es ihm gut, weil er den Kontakt zum Kunden schätzt. Auch etwaige Reisen ins Ausland seien für ihn kein Problem. Die Maschine, an der er momentan arbeitet, wird in den Mittleren Osten gehen - Benny inklusive.

Überhaupt hat Spang recht konkrete Pläne im Kopf. "Jetzt werde ich erst noch einige Zeit praktisch arbeiten. Danach möchte ich studieren", sagt er bestimmt. Ein BA-Studium schwebt ihm vor. Vielleicht sogar mit Bausch + Ströbel zusammen. Darüber wird noch gesprochen, sind sich beide Seiten einig.

Abitur hat er ja. In Crailsheim am Albert-Schweitzer-Gymnasium gemacht, Schnitt 3,2. "Nicht der Beste, ich weiß", sagt Benjamin. Aber es ist wie so oft. Bis es "Klick" macht, sind viele schon in den Zwanzigern - und legen dann richtig los. Wobei der "Bundes-Benny" heute weiß, dass eine gute Vorbildung vor allem in der Berufsschule viel bringt. "Da konnte ich mich im Wesentlichen auf das Fachliche konzentrieren."

Über das Fachliche ist auch Siegfried Bullinger, geschäftsführender Gesellschafter von Bausch + Ströbel, sehr stolz; stolz auf die Leistung Spangs wie auf die seiner anderen 31 Absolventen in diesem Jahr. Immerhin haben insgesamt acht ihre Ausbildung mit Auszeichnung abgeschlossen. Einer von ihnen lag mit 98 Punkten sogar nur einen einzigen Zähler hinter Benjamins außerordentlichem Erfolg: Marcel Butzer.

"Wir legen großen Wert auf eine gute Ausbildung", betont Bullinger. Um die rund 120 Azubis kümmern sich erfahrene und geschulte Ausbilder. "Für uns sind Fachkräfte unabdingbar", erklärt er. Viele der Mitarbeiter hätten ihre berufliche Laufbahn bei Bausch + Ströbel begonnen. "Selbst junge Leute, die nach der Lehre ein Studium absolvierten, kehren oft wieder zurück."

Siegfried Bullinger ließ es sich nicht nehmen, ebenfalls bei der Feier in Berlin dabei zu sein. Benjamin selbst durfte auf Kosten des Unternehmens gemeinsam mit seiner Freundin Eva mehrere Tage in der Hauptstadt verbringen. Einen (Arbeits-) Aufenthalt bei der US-amerikanischen Bausch + Ströbel-Tochter gab es zuvor bereits. Der führte Spang nach Connecticut an die Ostküste zur Bausch + Stroebel Machine Company, Inc. in North Branford. Der Grund: Bennys Zwischenprüfung, die er mit 100 von 100 möglichen Punkten knackte.

"Wer hat Sie denn gecoacht, dass es so viele so weit gebracht haben?" Diese Frage drängte sich schon im Herbst Moderatorin Martina Körber auf. Als bei der Bestenehrung der IHK in Schwäbisch Hall gleich acht Lehrlinge aus Ilshofen von ihr ausgezeichnet werden konnten. Bausch+ Ströbel halt.

INDUSTRIEMECHANIKER
Industriemechaniker bauen, warten und reparieren technische Anlagen und Maschinen. Sie überwachen und verbessern den Produktionsprozess und führen erforderliche Instandhaltungsarbeiten durch. Industriemechaniker ist ein anerkannter Ausbildungsberuf. Die Auszubildenden können wählen zwischen den Fachrichtungen Produktionstechnik, Betriebstechnik, Maschinen- und Systemtechnik sowie Geräte- und Feinwerktechnik. Die anerkannte Ausbildung (nach dem Berufsbildungsgesetz - BBiG) dauert bundesweit dreieinhalb Jahre und kann auf drei Jahre verkürzt werden.

back to overview