Typisierungsaktion bei Bausch + Ströbel

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200 Bausch + Ströbel Mitarbeiter beteiligten sich an der DKMS-Typisierungsaktion, das Unternehmen stellt 10 000 Euro zur Verfügung. B+S Mitarbeiter Jürgen Stengel (Bild o.r.) hat bereits Stammzellen für einen Leukämiekranken gespendet - Solveig Kunz spendet Ende Juni.

"Wenn sich zehn Prozent Ihrer Mitarbeiter beteiligen, ist das ein gutes Ergebnis, 20 Prozent sind es eigentlich nur, wenn aktuell ein Kollege im Betrieb auf der Suche nach einem Stammzellenspender ist". Dies war die Aussage der DKMS-Vertreter, als man bei Bausch + Ströbel begann, eine Typisierungsaktion zu planen. Dass Bausch + Ströbel und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber auch hier etwas ganz Besonderes sind, zeigte dann die überraschend hohe Zahl an Anmeldungen: 200 B+Sler und damit sogar deutlich über 20 Prozent haben ihren Anmeldezettel abgegeben.

Die Geschäftsleitung zeigte sich erfreut über das hohe soziale Engagement der Mitarbeiter und stockte das ursprünglich eingeplante Budget für die Typisierung auf die notwendigen 10 000 EUR auf - sodass das Unternehmen die 50 EUR Typisierungskosten für jeden einzelnen Mitarbeiter übernehmen kann.

200 Mitarbeiter an einem Vormittag zu typisieren war natürlich eine organisatorische Herausforderung, doch Dank vieler helfender Hände aus den Reihen der Belegschaft wurde diese vorbildlich gemeistert. Unterstützt wurde Bausch+Ströbel durch Beate Mayer von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) sowie von Betriebsärztin Dr. Irmgard Honold, die mit zwei Schwestern die Blutabnahme - lediglich fünf Milliliter pro Teilnehmer - vornahm.

Dass man durch die Registrierung bei der DKMS mit relativ kleinem Aufwand zum Lebensretter werden kann, das hatte bereits im vergangenen Herbst B+S-Mitarbeiter Jürgen Stengel unter Beweis gestellt. Seine Gewebemerkmale stimmten mit dem eines leukämiekranken Mannes aus Dänemark überein. "Mir wurde mitgeteilt, dass er sich jetzt auf dem Weg der Besserung befindet", erzählt Jürgen Stengel. Wirklich Kontakt aufnehmen kann ein Spender mit dem Empfänger erst zwei Jahre nach der Stammzellenentnahme, wenn beide Seiten dies wünschen. Jürgen Stengel würde sich über ein Treffen freuen - schließlich fließt in dessen Adern nun das genau gleiche Blut wie in den seinen.

Vor einigen Tagen erhielt eine weitere B+S-Mitarbeiterin, Solveig Kunz, die sich ebenfalls bereits vor längerer Zeit hat typisieren lassen, eine Nachricht von der DKMS. Auch sie wurde als Stammzellenspenderin ausgewählt, Spendentermin ist Ende Juni.

Für an Leukämie erkrankten Menschen ist eine Stammzellenspende oft die letzte Hoffnung. Doch nur ein Drittel von ihnen findet einen geeigneten Spender in den Reihen der eigenen Familie. Für alle anderen beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, dennn die Suche ist alles andere als einfach. Eine Übereinstimmung von Gewebemerkmalen ist äußerst selten, da über 3600 Kombinationenen solcher Merkmale bekannt sind. "Je mehr Menschen sich in unserer Datenbank registrieren lassen, desto größer ist die Chance für den Patienten einen geeigneten Spender zu finden", so Beate Mayer, die von Seiten der DKMS den Typisierungstermin bei B+S betreute. "Derzeit", so erzählt DKMS-Aktionsleiterin Maria Kostoglou, "findet nur jeder fünfte Erkrankte, der auf eine Stammzellenspende angewiesen ist, einen passenden Spender."

Für die Spende selbst reicht es in den meisten Fällen aus, sich einer Art Dialyse zu unterziehen. In einem Fünftel der Fälle brauchen die Patienten allerdings Knochenmark. Dann wird ein kurzer Krankenhausaufenthalt notwendig. Schlimm sei das nicht gewesen, betont Jürgen Stengel, er habe sich nach der Spende lediglich einige Tage recht schlapp gefühlt.

Siegfried Bullinger und Markus Ströbel, die beiden Geschäftsführer von Bausch + Ströbel, zeigten sich erfreut über das große Engagement ihrer Belegschaft und hoffen, dass die Aktion bei Bausch + Ströbel Schule macht.

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