Vorbild in den eigenen Reihen

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DKMS-Typisierung bei Bausch + Ströbel - Mitarbeiter Jürgen Stengel rettet Leben

Zirka 200 Mitarbeiter des Spezialmaschinenbauers Bausch + Ströbel (B+S) haben sich an einer Typisierungsaktion der DKMS beteiligt. Sie werden damit zu potenziellen Lebensrettern für Leukämie-Erkrankte.

In Deutschland erkranken jährlich 11 000 Menschen an Leukämie. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei ist die weltweit größte ihrer Art mit rund 2,18 Millionen registrierten Spendern. Seit 1995 ist die DKMS, die anfangs Zuschüsse vom Gesundheitsministerium erhielt, finanziell auf sich alleine gestellt. "Die Spenderneugewinnung muss seitdem ausschließlich über Privat- und Firmenspenden finanziert werden", erklärt Beate Mayer, die für das DKMS-Büro Tübingen in Ilshofen ist. Um so dankbarer ist sie für die Aktion von B+S, deren Geschäftsführer Siegfried Bullinger und Markus Ströbel fü?r die Typisierung 10 000 Euro (50 Euro pro Mitarbeiter) zur Verfügung stellten.

Die außergewöhnlich hohe Zahl der Spenderwilligen bei B+S (weit über 20 Prozent der Belegschaft haben sich angemeldet) hängt sicherlich auch damit zusammen, dass mit Jürgen Stengel aus Bühlertann bereits ein Kollege Stammzellen gespendet hat. "Die Typisierung habe ich bereits vor zwölf Jahren machen lassen. Im August 2009 kam dann die erste Benachrichtigung von der DKMS, dass meine DNA-Merkmale mit der eines leukämiekranken Mannes aus Dänemark übereinstimmen", berichtet der 43-jährige Stengel. Weitere Blutentnahmen und Untersuchungen folgen, bis Ende Oktober die Nachricht einer Klinik aus Nürnberg kommt - alles okay.

In den meisten Fällen reicht eine ambulante Spende mittels Blutwäsche aus. Nicht so in diesem Fall. Der erkrankte 50-jährige Däne benötigt Knochenmark. So macht sich Jürgen Stengel am 9. November vergangenen Jahres auf den Weg nach Nürnberg. "Angst hatte ich keine, auch kein schlechtes Gefühl. Als Held fühlt man sich nicht. Man freut sich, dass man helfen kann, ein Leben zu retten." Unter Vollnarkose wird ihm in der Klinik zirka ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenkamm entnommen. Nach drei Tagen stationären Aufenthalts konnte er das Krankenhaus wieder verlassen. "Einige Tage nach der Spende war ich schon ein wenig schlapp", meinte Stengel, sonst sei es aber nicht weiters schlimm gewesen. Sein "genetischer Zwilling" aus Dänemark ist derzeit in Reha und befindet sich auf dem Weg der Besserung. "Wenn beide Seiten dies wünschen, können wir frühestens in zwei Jahren Namen und Adressen austauschen", erzählt Jürgen Stengel.

B+S-Betriebsärztin Dr. Irmgard Honold, die die Blutentnahmen zusammen mit zwei DRK-Schwestern durchführt, begrüßt es sehr, dass die Geschäftsleitung es ermöglicht habe, die Typisierungsaktion direkt im Betrieb zu organisieren. Auch Björn Uhlig, Betriebsratsvorsitzender bei B+S, unterstützt "diese tolle Sache" voll und ganz. Mit Solveig Kunz aus Crailsheim steht übrigens eine weitere B+S-Mitarbeiterin zur Stammzellenspende an. Ihr Spendetermin ist Ende Juni.

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