Selbstmedikation als neuer Trend

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Bausch + Ströbel liefert größten Auftrag der Firmengeschichte aus

Die größte bei Bausch + Ströbel jemals hergestellte Abfüll- und Verschließmaschine verlässt das Werk: Die Anlage kostet 19 Millionen Euro und trägt dem kommenden Trend zur Selbstmedikation Rechnung.

Thomas Bühler (33), der als technischer Kaufmann das Projekt betreut, ist recht selbstbewusst: "So etwas kann sonst so schnell keiner." Denn die Maschine füllt eine Flüssigkeit und einen pulvrigen Wirkstoff in ein Glasröhrchen mit zwei Kammern ab. Da Pulver länger haltbar ist, aber ohne Flüssigkeit nicht gespritzt werden kann, ist diese Kombination nötig. Zum Wirkstoff darf Bühler nichts sagen. Nur zu den Einsatzmöglichkeiten: "Künftig kann man sich Utensilien für Schutzimpfungen bei Walmart kaufen und selbst verabreichen - da muss die Technik für den Anwender natürlich absolut sicher sein".

Projektleiter Boris Winterfeldt (36) gibt sich beim Namen des Kunden zugeknöpft. Denn das Produkt soll in Deutschland erst 2015 auf den Markt kommen. In den USA, wegen vieler Menschen ohne Krankenversicherung, sollen solche Produkte früher marktfähig sein.

Zwei Jahre haben Konstruktion und Montage des 60 Tonnen schweren Kolosses gedauert. Der Erlös macht fast zehn Prozent des Firmenumsatzes aus, der 2009 bei rund 110 Millionen Euro lag. In den USA wird die Anlage Ende dieses Jahres in einem Werk laufen, das für 700 Millionen Euro neu gebaut wird.

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